Die Schweiz
Die Schweiz – viersprachig und vielfältig, bodenständig und weltoffen.
Die „Confoederatio Helvetica“ (Schweizer Eidgenossenschaft, offizieller Landesname der Schweiz) besitzt trotz ihrer zentraleuropäischen Lage mitten im Kontinent sowohl geografisch, wie auch politisch, wirtschaftlich und kulturell eine Art historischen wie aktuellen Sonderstatus, der sich dem ausländischen Beobachter nicht immer auf den ersten Blick erschließt.
Als lockerer Staatenbund mit stark föderalistischen und lokalen Elementen seit dem 13.Jahrhundert existent, zeichnet sich die Schweiz innenpolitisch durch eine starke Dominanz direkter Demokratieformen, außenpolitisch durch eine seit dem Wiener Kongress 1815 völkerrechtlich anerkannte Neutralität aus. Darüberhinaus gilt das Land ebenfalls seit dem 19. Jahrhundert als der „Tresor der Welt“, da hier große internationale Vermögen (mit nicht immer präzise geklärter Herkunft) von einem traditionsreichen Bankensystem diskret verwaltet werden.
Für alle drei dieser Besonderheiten wurde und wird das Land seit jeher geschätzt, aber aufgrund von einigen Widersprüchen auch genauso entschieden kritisiert. So gab es in einigen Kantonen bis in die 1980er Jahre kein Wahlrecht für Frauen, die militärische Neutralität relativiert sich stark, wenn man den allumfassenden Volksarmeecharakter des schweizerischen Heeres sowie die umfangreiche wie exportaffine heimische Waffenindustrie betrachtet, und die Bereitschaft der Schweizer Banken jegliches Geld anzunehmen, bei gleichzeitiger Weigerung jedoch, evtl. kriminelle Ursprünge dessen mit zu verfolgen, sorgt immer wieder für diplomatische Unstimmigkeiten und Verwicklungen.
Die 7,7 Millionen Bewohner des nach den Niederlanden am dichtest besiedelten europäischen Landes genießen international einen der materiell höchsten Lebensstandards, wobei neben der bereits erwähnten Bankenbranche weitere Dienstleistungssektoren wie vor allem der Tourismus für den vergleichsweise sehr ausgeprägten Wohlstand sorgen. Doch auch Kunst und Kultur werden zwischen den Rheinfällen bei Schaffhausen und dem Tessiner Lago Maggiore sehr groß geschrieben, die Schweiz gilt nicht zuletzt aufgrund ihres Reichtums als Heimat der Kunstsammler und des Mäzenatentums.
Die 26 teilweise sehr autonomen Kantone des Landes haben mitunter sehr unterschiedliche und eigenständige Gesetze und Traditionen, was den strikt dezentralen und regionalen Charakter der Schweiz zusätzlich unterstreicht. So fühlt man sich als Schweizer immer auch sehr seiner Herkunftsgegend verbunden, und es gehört sicherlich zu den politischen Leistungen des Landes, trotz der Viersprachigkeit (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch) ein anhaltendes und verbindendes Gemeinschaftsgefühl etabliert zu haben.
Die unvergleichliche und beeindruckende Natur des Landes, seine Bodenständigkeit bei gleichzeitiger Internationalität, eine immens stabile und prosperierende Volkswirtschaft und seine zentrale Lage mitten in Europa machen die Schweiz also zu einem ganz speziellen europäischen Schmelztiegel, der für seinem Sonderweg von seinen ungleich größeren Nachbarn zwar nicht immer innig geliebt wurde und wird, der aber zu Recht stolz auf seine ganz besondere Erfolgsgeschichte verweisen kann.