Schrottpreise

Schrottpreise – Spiegel der Weltwirtschaft

Galten vor einigen Jahren Schrotthändler noch als tendenziell zwielichtige Zeitgenossen, deren Metier darüberhinaus nur wenig Gewinn abwarf, ist ca. ab dem Jahr 2003 einige Bewegung in den Handel mit Bunt- und anderen Metallen gekommen. Die immense Nachfrage der erstarkenden Wirtschaftsnationen China, Indien und Brasilien nach Stahl hat die entsprechenden aktuellen Schrottpreise bereits mehrfach vervielfacht, weshalb sich heute manchmal sogar der Kleinsthandel mit nicht immer legal beschafften Metallschrott lohnen kann. Die erneut große Bedeutung des schon immer leicht mythischen besetzten Baustoffes Stahl lässt sich also bereits an heutzutage schwer bewachten Schrottplätzen und dem international zunehmenden Metalldiebstahl, wie z.B. auch beim Weiterbau der Kölner U-Bahn beobachten.

Stahlgewinnung aus Stahlschrott ist sehr viel kostengünstiger als Stahlgewinnung aus Erz, weshalb die weltweite Nachfrage nach Schrott noch zusätzlich angeheizt wird, darüberhinaus sind die verbleibenden Erzvorvorkommen der Welt begrenzt und/oder schwer abbaubar. Noch vor nicht allzu langer Zeit vor dem endgültigen Aus stehende Stahlproduktionsstandorte wie z.B. das brandenburgische Eisenhüttenstadt sehen angesichts riesiger neuer Aufträge zuversichtlich in die Zukunft, und fahren genau wie andere Stahlwerke weltweit ihre Produktionskapazitäten hoch und eröffnen gar neue Hochöfen.

Zwar hat die sog. „Finanzkrise“ mit ihren Begleiterscheinungen wie vor allem dem vorläufigen Ende des Baubooms den bis Ende 2008 explodierenden Stahlmarkt wieder etwas gebremst, Experten schätzen jedoch die Nachfrage nach Stahl u.a. in den oben genannten „Schwellenländern“ innerhalb der nächsten Jahre als so stabil und weiter steigend ein, dass auch der Preis des Sekundärrohstoffes Schrott aller Wahrscheinlichkeit nach eher weiter steigen als sinken dürfte.